Strategische Personalplanung: Erfolg langfristig sichern



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Strategische Personalplanung: Erfolg langfristig sichern

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Der demografische Wandel ist im deutschen Mittelstand kein abstraktes Zukunftsszenario mehr, sondern Realität. Laut Statistischem Bundesamt werden bis 2036 fast 13 Millionen Erwerbspersonen das Renteneintrittsalter überschritten haben – was knapp 30 % der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Erwerbspersonen, bezogen auf das Berichtsjahr 2021, entspricht.

Für Unternehmen stellt sich damit eine existenzielle Frage: Wie fangen wir den Verlust von wertvollem Know-how auf und sichern die Handlungsfähigkeit in Zeiten des Fachkräftemangels? Die Antwort liegt in der strategischen Personalplanung (SPP). Sie ist das Bindeglied zwischen der Unternehmensstrategie und dem tatsächlichen Personalbedarf der Zukunft.

Strategische Personalplanung: Definition und Abgrenzung

Um das Thema greifbar zu machen, hilft ein Blick auf die grundlegende Definition von Personalplanung:

    Strategische Personalplanung umfasst alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass dem Unternehmen die benötigten Arbeitskräfte in der erforderlichen Qualität und Quantität zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen.

    Dabei unterscheiden wir zwei wesentliche Ansätze:

    • Operative Personalplanung: Konzentriert sich auf den kurzfristigen Bedarf (ein bis zwei Jahre), etwa die Besetzung aktuell vakanter Stellen.
    • Strategische Personalplanung: Blickt weit voraus (drei bis zehn Jahre). Hier geht es darum, langfristige Unternehmensziele in personelle Anforderungen zu übersetzen und auf Trends wie die Digitalisierung oder den demografischen Wandel zu reagieren.

    (Strategische) Personalplanung ist nicht zu verwechseln mit Personaleinsatzplanung (PEP), die der Schlüssel zu einer effizienteren Ressourcennutzung und erhöhter Produktivität ist.

    Ziele der strategischen Personalplanung

    Das Hauptziel der strategischen Personalplanung ist die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.

    Doch was beinhaltet strategische Personalplanung im Detail? Es geht darum, Transparenz zu schaffen und Risiken für die Zukunft zu minimieren.

    Die wichtigsten Ziele der strategischen Personalplanung im Überblick:

    • Vermeidung von Personalengpässen: Frühzeitiges Erkennen von Vakanzen – beispielsweise durch Renteneintritte.
    • Anpassung der Qualifikationen: Identifikation von "Future Skills" – welche Kompetenzen werden in fünf oder zehn Jahren benötigt?
    • Optimierung der Personalkosten: Vermeidung von teuren Ad-hoc-Rekrutierungen oder Überkapazitäten.
    • Steigerung der Arbeitgeberattraktivität: Durch gezielte Nachfolgeplanung und Entwicklungspfade für Talente.

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    Der Prozess der strategischen Personalplanung

    Als Prozess ist die strategische Personalplanung (SPP) die Brücke zwischen der Vision des Unternehmens und der operativen Umsetzung der Personalstrategie.

    Man kann diesen Prozess in drei logische Schritte unterteilen:

    1. Die Impulsgeber: Wodurch entsteht der Bedarf?

    Der Prozess startet mit den strategischen Leitplanken. Die Personalplanung findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern reagiert auf:

    • Geschäftsstrategie: Welche Ziele verfolgt das Unternehmen? (z. B. Expansion, neue Geschäftsfelder).
    • Externe Einflussfaktoren & Arbeitsmarkt: Wie entwickelt sich die Technologie? Wie steht es um den Fachkräftemangel oder gesetzliche Änderungen?

    2. Der Kern: GAP-Analyse und Risikobewertung

    Im Mittelpunkt steht der zyklische Abgleich zwischen Bedarf (Was brauchen wir in Zukunft?) und Bestand (Was haben wir heute?).

    Das Ziel ist es, die GAPs (Lücken) und Risiken zu identifizieren. Dabei werden fünf Dimensionen betrachtet:

    • Kapazität: Haben wir genug Köpfe?
    • Kompetenzen: Haben wir das richtige Know-how?
    • Lokation: Sind die Fachkräfte am richtigen Ort?
    • Kosten: Bleibt die Personalplanung wirtschaftlich?
    • Komposition: Passt die Mischung (z. B. Altersstruktur, Festangestellte vs. Externe)?

    3. Die Lösung: Die "6 B"-Personalstrategie

    Sobald die Lücken identifiziert sind, wird die operative Personalstrategie abgeleitet. Hier kann man das klassische "6 B"-Modell nutzen, um auf die GAPs zu reagieren:

    • Borrow (Leihen): Nutzung externer Partner oder Dienstleister (beispielsweise Outsourcing für den Personalbereich), um flexibel auf Bedarfe zu reagieren.
    • Boost (Beschleunigen/Automatisieren): Produktivitätssteigerung durch neue Technologien (nbM, neues Betriebsmodell) oder Prozessoptimierung (Digitalisierung).
    • Buy (Kaufen):Recruiting von neuen Talenten auf dem Arbeitsmarkt.
    • Build (Aufbauen): Gezielte Personalentwicklung, um vorhandene Potenziale zu fördern.
    • Bind (Binden): Maßnahmen zur Bindung von Mitarbeitenden, um wertvolles Wissen im Unternehmen zu halten.
    • Bounce (Verabschieden): Gestaltung von Austritten oder sozialverträglichem Personalumbau (z. B. durch Renteneintritte).

    Was passiert ohne strategische Personalplanung?

    Wer nur auf Sicht fährt, riskiert im HR-Bereich den Anschluss zu verlieren. Ohne eine vorausschauende Planung drohen Unternehmen folgende Szenarien:

    • Wissensverlust: Wenn Leistungsträger in Rente gehen, ohne dass Nachfolgelösungen etabliert wurden, verschwindet kritisches Erfahrungswissen.
    • Handlungsunfähigkeit: Vakanzen bleiben monatelang unbesetzt, Projekte verzögern sich, die verbleibende Belegschaft wird überlastet.
    • Fehlentscheidungen: Es wird Personal eingestellt, das zwar heute passt, aber morgen zum Beispiel aufgrund der Digitalisierung nicht mehr über die benötigten Kompetenzen verfügt.

    Strategische Personalplanung: Aufgaben und Prozessschritte

    Um eine fundierte Planung aufzusetzen, müssen HR-Verantwortliche komplexe strategische Personalplanungsaufgaben bewältigen.

    Bei Peras folgen wir dabei einem bewährten, modularen Beratungsprozess, der das Thema in vier klare Phasen unterteilt.

    Beratungsprozess zur strategischen Personalplanung

    Phase 1: Verstehen – Das Fundament legen

    Bevor Daten analysiert werden, muss das Zielbild klar sein. In dieser Phase definieren wir gemeinsam mit den Sponsoren – den formellen Auftraggebern, wie dem Vorstand oder der Geschäftsführung – den Scope. Wichtig ist hier, „Machtpromotoren“ – einflussreiche Fürsprecher mit Entscheidungskraft – aktiv einzubinden und relevante Jobgruppen abzubilden.

    Output: Ein strategisch validierter Planungsprozess und ein abgestimmtes Zielverständnis.

    Phase 2: Gestalten – Den Bedarf ableiten

    Hier werfen wir den Blick in die Zukunft. Durch Interviews mit Personen aus dem Vorstand und bereichsleitenden Personen sowie Makroanalysen des Unternehmensumfelds entsteht ein klares Bild der zukünftigen Anforderungen.

    Output: Eine fundierte Prognose des personellen Soll-Zustands, die über reine Zahlen hinausgeht.

    Phase 3: Umsetzen – Von der Strategie zur Steuerung

    In dieser Phase wird die Strategie in konkrete HR-Arbeit überführt. Hier kommen Werkzeuge wie Personalmanagement-Software ins Spiel. Wir identifizieren GAPs (Lücken), berechnen Fluktuationen und arbeiten mit verschiedenen Szenarien, um eine Maßnahmenplanung aufzustellen.

    Wichtig ist in dieser Phase zudem die kritische Führungsmasse – unverzichtbare Schlüsselpersonen und strategische Leistungsträger – optimal einzubinden.

    Output: Ein strategisch validierter Planungsprozess mit konkreter Maßnahmenplanung.

    Phase 4: Nachhalten – Wirkung sichern

    Eine strategische Personalplanung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Durch Maßnahmenüberwachung, Reviews und Retrospektiven wird der SPP-Prozess kontinuierlich optimiert und an neue Marktbedingungen angepasst.

    Output: Dauerhaft optimierte Prozesse und klar messbare Ergebnisse.

    Beispiele für die strategische Personalplanung

    … in denen strategische Personalplanung zum direkten Hebel für Wachstum, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit wird:

    Die Volksbank X eG

    Ausgangslage:

    Die Volksbank X eG beschäftigt 320 Mitarbeitende. Das Geschäftsmodell steht unter Druck: Sinkende Frequenz in den Filialen, steigende Erwartungen an digitale Beratung und gleichzeitig ein hoher Anteil älterer Kundenberater im klassischen Privatkundengeschäft.

    Die Geschäftsführung erkennt: Das heutige Personalprofil passt nicht mehr zur zukünftigen Vertriebslogik.

    Die Problemstellung (ohne SPP):

    Ohne strategische Personalplanung reagiert die Bank erst, wenn erfahrene Berater in den Ruhestand gehen und Filialen unterbesetzt sind.

    Die Folge:

    • kurzfristige, teure Rekrutierung ohne kulturellen Fit
    • Verlust von Kundenbeziehungen und regionalem Vertrauen
    • fehlende Kompetenzen im digitalen Vertrieb und in der hybriden Beratung

    Das Ergebnis ist kein Fachkräftemangel, sondern ein Strukturproblem im Personalportfolio.

    Die Lösung mit dem Peras-Beratungsprozess

    Verstehen:

    HR positioniert den Vorstand als klaren Sponsor der Transformation.

    Zielbild:

    • Sicherung der Beratungsqualität trotz demografischem Wandel
    • Aufbau eines hybriden Vertriebsmodells (digital + persönlich)
    • Steigerung der Produktivität pro Berater

    Als Machtpromotoren werden erfahrene Filialleiter und Top-Berater eingebunden.

    Die Analyse zeigt:

    • 20 % der Kundenberater gehen in den nächsten fünf Jahren in Ruhestand
    • Digitale Abschlussstrecken und Remote-Beratung gewinnen stark an Bedeutung
    • Es fehlt systematisch an Kompetenzen in digitaler Kundeninteraktion und datenbasierter Beratung

    Umsetzen:

    • Klassische Kundenberater werden gezielt zu „hybriden Finanzberatern“ weiterentwickelt (Remote-Beratung, Videocalls, digitale Tools)
    • Nachwuchskräfte werden frühzeitig in vertriebsnahe Rollen mit digitalem Fokus gebracht
    • Erfahrene Berater im Übergang in den Ruhestand übernehmen Mentoring-Rollen zur Sicherung von Kundenwissen
    • Standardprozesse werden zentralisiert und teilweise automatisiert, um Berater von administrativen Aufgaben zu entlasten

    HR steuert die Transformation über klare KPIs:

    • Altersstruktur im Vertrieb
    • Anteil digitaler Abschlüsse
    • Produktivität pro Berater
    • Qualifizierungsfortschritt

    Das Ergebnis:

    Die Volksbank X eG stabilisiert ihr Geschäftsmodell aktiv.

    Wenn erfahrene Berater ausscheiden, stehen qualifizierte Nachfolger bereit. Die Bank verliert keine Kundenbeziehungen, sondern entwickelt sie weiter – in ein hybrides, zukunftsfähiges Modell.


    Die Maschinenbau Schmidt GmbH

    Ausgangslage:

    Die Schmidt GmbH beschäftigt 250 Mitarbeitende. Das Geschäft läuft aktuell gut, doch die Geschäftsführung ist besorgt: In der Montage und im technischen Service ist das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden hoch. Gleichzeitig steht die Umstellung auf digital vernetzte Anlagen an.

    Die Problemstellung (ohne SPP):

    Ohne strategische Personalplanung würde das Unternehmen erst reagieren, wenn die ersten drei Werkstattleitungen gleichzeitig in Rente gehen.

    Die Folge:

    • eine aktionistische Suche am Arbeitsmarkt
    • Verlust von wertvollem Spezialwissen über die Bestandsmaschinen
    • neue digitale Anforderungen können mit dem vorhandenen Personal in der IT nicht abgedeckt werden

    Die Lösung mit dem Peras-Beratungsprozess

    Verstehen:

    In Phase 1 identifiziert HR die Geschäftsführung als Sponsor.

    Zielbild:

    • Sicherung der Output- und Service-Qualität trotz Rentenwelle
    • Erfolgreiche Bewältigung der digitalen Transformation

    Als Machtpromotoren werden die erfahrenen Werkstatt- und Serviceleitungen eingebunden.

    Die Analyse zeigt:

    • 15 % der Belegschaft werden in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand treten – darunter zentrale Know-how-Träger
    • Die Makroanalyse ergibt zudem, dass künftig weniger Mechanik-, aber mehr Mechatronik-Wissen benötigt wird

    Umsetzen:

    • Junge Talente aus der Montage werden gezielt zu „Service-Technikern 4.0“ weitergebildet
    • Den angehenden Rentnern werden Teilzeitmodelle angeboten, damit sie als Mentoren ihr Wissen an Nachfolgende weitergeben können
    • Für die IT-Infrastruktur setzt man auf einen externen Partner (Hosting/Outsourcing), um die interne HR-Abteilung zu entlasten

    Über eine entsprechende HR-Software überwacht HR nun jährlich die Altersstruktur und den Fortschritt der Weiterbildungen.

    Das Ergebnis:

    Die Schmidt GmbH wird nicht vom demografischen Wandel überrascht.

    Wenn die Leistungsträger in Rente gehen, stehen die qualifizierten Nachfolgenden bereits bereit. Die digitale Umstellung gelingt fließend, weil die Kompetenzen rechtzeitig „mitgewachsen“ sind.

    Tools und Lösungen: Software als Erfolgsfaktor

    Im modernen Mittelstand ist die Arbeit mit Excel-Tabellen oft fehleranfällig und zeitintensiv. Eine professionelle Software für die strategische Personalplanung ist daher essenziell.

     Strategische Personalplanung ist nur so stark wie die vorhandenen Daten.

    Christian Doser, Senior Strategy Consultant Peras GmbH

    Aber der bloße Einsatz einer Software ist nicht ausreichend. Die fortlaufende Datenpflege und Aufrechterhaltung der Datenqualität sind entscheidend.

    Mit einer entsprechenden Software und einer passenden Datenqualität lassen sich:

    • Szenarien berechnen (Simulationen von Renteneintritten oder Unternehmenswachstum).
    • Digitale Personalakten nutzen, um eine valide Datenbasis für strategische Entscheidungen zu schaffen.

      Geno.HR als Tool für strategische Personalplanung für Genossenschaftsbanken

      Speziell für Genossenschaftsbanken bieten wir das geno.HR-System an.

      Eine strukturierte Vorlage für die strategische Personalplanung innerhalb einer solchen Software hilft dabei, den Prozess zu standardisieren und jederzeit aussagekräftige Reports für die Geschäftsführung bereitzustellen.

      Fazit: Unternehmenserfolg durch Weitblick sichern

      Die strategische Personalplanung ist keine rein administrative Aufgabe, sondern ein zentraler Hebel für den Unternehmenserfolg.

      Angesichts der demografischen Entwicklung ist sie für den Mittelstand unverzichtbar geworden.

      Wer heute die richtigen Daten nutzt und in moderne Softwarelösungen investiert, macht HR nicht nur einfacher, sondern auch zukunftssicher.

      Möchten Sie die strategische Ausrichtung Ihrer Personalarbeit stärken?

      Unsere Experten unterstützen Sie bei der Prozessberatung und der Implementierung von passenden HR-Softwarelösungen.

      Portraitfoto von Christian Doser
      Christian Doser
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