
Angestellte beginnen bei einer Neueinstellung ihre Reise durch ein noch unbekanntes Unternehmen. Onboarding ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration und vermittelt neuen Kollegen und Kolleginnen nicht nur die Unternehmenskultur, sondern befähigt sie auch, ihre Rolle erfolgreich auszufüllen.
Dabei hat das Personalmanagement in vielen Firmen noch Verbesserungspotenzial. Laut der Haufe Onboarding-Studie 2023 haben über ein Drittel der neuen Mitarbeitenden schon vor dem ersten Arbeitstag gekündigt. Gründe für Frühfluktuationen sind unter anderem falsche Erwartungen (56 Prozent), Probleme mit dem Team oder der Führungskraft (38 Prozent) und fehlendes professionelles Onboarding (21 Prozent).
In diesem Artikel erfahren Sie, wie ein durchdachter Onboarding-Prozess aussieht, welche Phasen er umfasst und welche digitalen Tools das Einbinden neuer Teammitglieder erleichtern.
Onboarding bezeichnet den Einarbeitungsprozess neuer Mitarbeitenden, der sowohl die fachliche Einarbeitung als auch die soziale Integration umfasst. Ein gut strukturiertes Onboarding hat direkten Einfluss auf das gesamte Unternehmen.
Im Onboarding erhalten neue Teammitglieder alle notwendigen Informationen, um Unsicherheiten abzubauen und die Unternehmenskultur zu festigen. Dies schließt relevante Informationen über das Unternehmen, dessen Ziele und den jeweiligen Arbeitsplatzbereich ein.
Ein positives Onboarding-Erlebnis steigert dabei die Motivation und Produktivität neuer Mitarbeitenden. Es führt zu einer geringeren Fluktuationsrate und einem besserem Employer Branding, da sich die Arbeitnehmenden willkommen und wertgeschätzt fühlen. Regelmäßiges Feedback und die Festlegung gegenseitiger Erwartungen sind dabei entscheidend für eine positive Employee Experience.
Zusätzlich lässt es Rückschlüsse zu, ob das Recruiting erfolgreich war, da mit der Vertragsunterschrift dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Erst mit einem erfolgreichen Onboarding kann man von einem guten und zielführenden Recruiting-Prozess sprechen.
Warum ist Onboarding wichtig?Eine der Hauptaufgaben des Onboardings ist es, die neuen Mitarbeitenden die für ihre Position wichtigen Informationen bereitzustellen. Dazu zählen grundlegende Informationen zum Unternehmen sowie praktische Informationen über Abläufe und Zuständigkeiten.
Ein eingerichteter Arbeitsplatz und festgelegte Ansprechpartnerinnen und -partner im Unternehmen unterstützen die neue Person dabei, sich schnell einzuarbeiten und die ersten Wochen über im neuen Umfeld zurechtzukommen.
Das zentrale Ziel des Onboardings besteht darin, die Produktivität und Motivation neuer Mitarbeitenden zu erhöhen sowie ihre Bindung an das Unternehmen zu stärken. Dadurch wird auch die Wahrscheinlichkeit von Kündigungen in der Probezeit verringert. Eine Kündigung in der Probezeit bedeutet auch, dass die Stelle wieder nachbesetzt werden muss und somit weitere und zusätzliche Recruitingkosten entstehen.
Digitales bzw. Remote-Onboarding bieten alternative Wege zum traditionellen Einstiegsprozess in ein neues Unternehmen, was besonders von Vorteil sein kann, wenn Angestellte aus einer anderen Stadt oder einem anderen Land aus in den neuen Job starten.
| Traditionelles Onboarding | Digitales/Remote-Onboarding |
|---|---|
| Persönlicher Kontakt vor Ort | Virtueller Kontakt per Chat und Video-Calls |
| Physische Dokumente und Materialien | Digitale Dokumente und Ressourcen |
| Direkte soziale Integration | Online-Tools für soziale Integration |
| Fachliche Einarbeitung im Büro | Selbstgesteuertes Lernen und digitale Schulungen |
Das digitale Onboarding ermöglicht Flexibilität und Zugänglichkeit, spart Zeit und Ressourcen, und vereinfacht den Informationsaustausch. Allerdings kann die ausbleibende unmittelbare, persönliche soziale Integration eine Herausforderung sein.
Für ein erfolgreiches digitales Onboarding ist es zentral, neue Mitarbeitende durch gezielte Maßnahmen mit den notwendigen Informationen zu vernetzen und virtuell in die sozialen Strukturen des gesamten Unternehmens einzubinden. Regelmäßige Kommunikation, das Festlegen gegenseitiger Erwartungen und Feedbackgespräche sollen dabei eine langfristige Bindung sicherstellen.
Digitales Onboarding profitiert von:
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Die Dauer der Einarbeitung kann variieren und ist stark von der Art der Tätigkeit, der Komplexität des Arbeitsplatzes und der vorherigen Erfahrung der Mitarbeitenden abhängig. Im Allgemeinen wird jedoch für eine effektive Einarbeitung ein Zeitraum von etwa drei bis sechs Monaten angenommen. Während dieser Phase sollen neue Teammitglieder alle notwendigen, erfolgreichen Onboarding-relevanten Informationen erhalten, praktische Fähigkeiten erlernen und eine feste Einbindung in das Team erreichen.
Ein erfolgreiches Onboarding ist entscheidend für die Integration neuer Mitarbeitender und deren langfristige Bindung an das Unternehmen. Es umfasst verschiedene Onboarding-Phasen, die sicherstellen, dass sich die neuen Mitarbeitenden schnell zurechtfinden, wohlfühlen und produktiv werden. Eine gut strukturierte Checkliste für Onboarding-Maßnahmen ist hierbei ein wertvolles Instrument, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Schritte und Informationen abgedeckt werden.
In der ersten Phase des Onboardings, wird der Grundstein für einen erfolgreichen Start gelegt:
In der Orientierungsphase geht es darum, neue Mitarbeitende in das Unternehmen zu integrieren und ihm die wichtigsten Informationen und Kontakte zu vermitteln:
Die letzte Phase des Onboardings zielt darauf ab, neue Angestellte vollständig in das Unternehmen zu integrieren und sie langfristig zu binden:
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Ein gut strukturiertes Onboarding ist entscheidend für die langfristige Bindung von Mitarbeitern an ein Unternehmen und zusätzliche Recruiting-Kosten durch eine kurzfristige Nachbesetzung zu minimieren. Dieser Prozess beinhaltet mehr als nur die fachliche Einarbeitung; er umfasst auch die soziale Integration ins Team und die Vermittlung der Unternehmenskultur und -werte.
Ein erfolgreiches Onboarding liefert nicht nur alle relevanten Informationen, sondern stellt auch einen eingerichteten Arbeitsplatz und eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner im Unternehmen zur Verfügung. Wichtige Elemente sind zudem regelmäßiges Feedback, eine Klärung der gegenseitigen Erwartungen und ausreichend Informationen sowohl in praktischer als auch in kultureller Hinsicht.